Microsoft® FrontPage® Hosting

Ich betreibe einen eigenen Web Server, und wurde vor einigen Jahren registrierter Microsoft Web Presence Provider, weil die FrontPage Servererweiterungen funktionierten. Das war bei großen Providern nicht die Regel. Kleine Unternehmen, Vereine und Privatpersonen, aber auch Kinder, die ich ehrenamtlich zu betreuen hatte, haben ihre Homepage selbst gemacht und auf meinem Server veröffentlicht.

Eine Homepage muss gepflegt werden, und das kann am besten der Inhaber selbst. Wer dazu FrontPage, einschließlich ASP (Active Server Pages), Access Datenbanken, ODBC verwendet, was inzwischen veraltete Technologien sind, wird von mir weiterhin Unterstützung bekommen. FrontPage Hosting

Die neue Technologie, das .NET Framework, SQL Express, XML, kann in einem FrontPage Web parallel verwendet werden und die alte Technik schrittweise ablösen. Warum ich FrontPage (noch) nicht durch einen Nachfolger ersetzen würde, und wann ein Web Client ein Smart Client sein könnte, will ich auf dieser Seite erklären.

Microsoft Software für Homepage und Web Application

FrontPage 97 bis 2003

Microsoft FrontPage gab es nicht kostenlos, es gehörte zur Office Familie und gelangte so auf die Computer zu Hause, im Büro und im Computerkabinett der Schule. Wer Word bedienen konnte, konnte auch FrontPage bedienen. Ein Design, Banner, Navigationsleiste, Zugriffszähler, Gästebuch, E-Mail-Formular und viele weitere FrontPage Komponenten (Web Bots) konnten ohne Programmierkenntnisse hinzu gefügt werden. Und per Mausklick wurden die Änderungen ins Internet übertragen. Produziert wurden HTML Seiten, die von den Servererweiterungen, die auf dem Server im Internet installiert waren, entweder beim veröffentlichen oder beim anzeigen (zur Laufzeit) modifiziert werden konnten.

Mit dem Datenbank Assistenten konnte eine Datenbank Anwendung mit Access Datenbank und VBScript in Active Server Pages (asp) generiert werden. Natürlich konnten beliebige eigene Server Scripts in .asp Dateien programmiert und auf dem Web Server abgearbeitet werden.

FrontPage 2003 war die letzte Version. Es gibt zwar Nachfolger, aber die versuchen ohne Web Bots und ohne Servererweiterungen auszukommen. Die interessanten Komponenten fallen alle weg, es bleibt HTML übrig. Neu dazu kommt die komfortable Formatierung mit CSS. Man kann nun seine Links schön gestalten, aber die Links können nicht mehr die Navigationsstruktur der eigenen Homepage darstellen. The future of FrontPage

Expression Web

Der Nachfolger von FrontPage 2003 heißt Expression Web. Weil das kein Bestandteil von Office ist, muss man diese Software bewusst kaufen. Es gibt kostenlos zum Download eine zeitlich begrenzte Testversion. Das Produkt erfordert mindestens Windows XP. An diesen Voraussetzungen bin ich gescheitert, und habe mich nur theoretisch beschäftigt Microsoft Expression

Vorhandene FrontPage Web Seiten kann man damit weiter bearbeiten, aber in neue Seiten kann man keine FrontPage Komponenten einfügen. Wer mehr Kontrolle über den HTML Quelltext haben und etwas über Styles lernen will, soll sich Expression Web gerne antun. Aber ohne Code zu sehen eine bunte Homepage mit Navigation und Bildern neu zu erstellen, halte ich für ausgeschlossen. Ich lasse mich aber gerne überzeugen. Microsoft FrontPage to Expression Web

Meine Empfehlung: FrontPage gut aufheben oder schnell noch irgendwo besorgen.

Microsoft Office SharePoint Designer 2007

Oben genanntes Produkt heißt zwar Office, ist aber in keiner Office Suite enthalten. Man nennt es "erwachsen gewordenen Nachfolger von FrontPage 2003". Tatsächlich soll es nicht so stark zusammen gestrichen worden sein wie Expression Web. Die Bezeichnung SharePoint und der Preis zielt aber auf das Enterprise Business und somit auf das Gegenteil der FrontPage Zielgruppe. Der Produktüberblick nennt Anwendungsmöglichkeiten, die wir kleinen Leute uns lieber nicht vorstellen wollen. SharePoint Designer

Visual Web Developer 2008 Express Edition

Was Express heißt ist kostenlos (im Gegensatz zu Expression), und soll offensichtlich (zukünftige) Software Entwickler von php und Linux weg locken. Außer der totalen Programmierung mit .NET Framework 3.5 und AJAX und LINQ kann man damit sogar HTML Seiten machen und mit CSS komfortabel formatieren. Also durchaus ein Werkzeug für eine einfache Homepage. Die FrontPage Features fehlen hier aber komplett und können in vorhandenen Webs auch nicht mehr verwendet werden. Es fehlt übrigens auch die Rechtschreibprüfung. Visual Studio Express Editions

Web veröffentlichen

Die fertige Homepage muss ins Internet veröffentlicht werden und dort auf einem Webserver funktionieren. Statische htm Seiten und Bilder funktionieren auf jedem Server bei jedem Provider, falls es gelingt diese hoch zu laden. Web Seiten können Programmcode enthalten, der mit zum Client (Web Browser) übertragen und dort abgearbeitet wird (javascript, Flash). Diese Code Dateien können auch auf jedem Server gespeichert werden.

FrontPage enthält Design-Time und Run-Time Komponenten. Werden keine Run-Time Komponenten in der Homepage verwendet, kann diese unter Umständen auf einem Server ohne Frontpage Servererweiterungen funktionieren. Das wird aber nicht empfohlen.

Dynamische bzw. aktive Seiten sind durch Programmcode gekennzeichnet, der beim Aufruf der Seite auf dem Internet Server abgearbeitet werden muss. Typisches Beispiel ist der Zugriff auf Datenbanken oder das Senden einer E-Mail. FrontPage kann asp Dateien erzeugen. Mit Visual Studio / Web Developer entstehen standardmäßig Web Forms in aspx Dateien. Ein Web Server muss diese Programmiersprachen verstehen und entsprechend konfiguriert werden. Mit der auf dieser Seite beschriebenen Microsoft Software erstellte Homepages, funktionieren in der Regel nur auf einem Microsoft Internet Information Server.

Die Mehrheit der aktiven Internet Anwendungen ist in php programmiert und läuft auf Linux Servern. Nicht alle Internet-Provider haben Windows Server. Und wenn, dann fehlt manchmal das Know How, diese ordentlich zu konfigurieren.

Internet Information Server (IIS)

Die im Internet vernetzten Server kann man in 2 Religionen einteilen: Linux und Microsoft. Ich beschäftige mich ausschließlich mit Microsoft und betreibe einen eigenen Windows Server im Internet. Mein Server ist nicht per ftp erreichbar und versteht kein php. Alles, was auf dieser Seite beschrieben wird, also eine mit Microsoft Software entwickelte Homepage oder Web Application einschließlich Classic Active Server Pages, .NET Framework, Datenbanken (SQL Express, Access), wird von meinem Server unterstützt. Ich habe Erfahrung mit Betrieb und Administration von Microsoft Internet Servern seit es sie gibt (NT 3.51 / NT 4.0 / 2000 / 2003). Meine eigenen Webanwendungen (FrontPage, ASP.NET, Web Services, ClickOnce) und solche, an denen ich beruflich beteiligt bin, laufen auf diesem Server.

Auf jedem Web werden standardmäßig die FrontPage Servererweiterungen installiert. Auch SharePoint, Web Developer und Visual Studio verwenden diese zum Veröffentlichen. Internet Information Services

Zukunft der privaten Homepage

Der Boom, dass jeder seine Homepage braucht (Ich bin drin), ist vorbei. Wir sind schneller geworden - und anonymer. Wir füllen das Internet mit Profilen, die mehr mit Fantasie zu tun haben als mit uns selbst. Wir chatten und bloggen. Weil das immer noch zu langsam ist, simsen wir. Wir sind erreichbar, im Unterricht, auf dem Klo, auf der Autobahn und finanzieren damit die Mobilfunknetze. Telefonieren wäre wieder zu persönlich und der andere könnte mich dabei zum Denken zwingen.

Für die Homepage mussten wir z.B. FrontPage installieren. Schon das ist heute zu anstrengend. Und beim nächsten Virus waren die Daten weg. Wenn schon Homepage, dann als Event. Schnell entsorgen was ich gerade im Kopf habe, und schnell die URL und die Zugangsdaten wieder vergessen. Beziehungen dauern immer kürzer - auch die zu den selbst geschriebenen Worten.

Popfly als "IIS Express"

Wie Event hört sich auch Popfly an (Ich war drin). Mit einer "Windows Live ID", was nichts anderes bedeutet als E-Mail Adresse und Passwort, kann jeder kostenlos ein Profil anlegen und darin mehrere Projekte. Ein Projekt ist eine Homepage und hat eine Internet Adresse. Zunächst funktioniert das alles im Browser. Mit einem Homepage Baukasten kann man eine Seite füllen. Natürlich gibt's eine Community und man kann andere einladen virtueller Freund zu werden. Popfly

Nicht auf den ersten Blick zu erkennen ist, dass man mit Visual Studio, auch mit den kostenlosen Express Versionen, seine Popfly Homepage herunterladen, bearbeiten, und wieder hochladen kann. Dazu muss der Popfly Explorer installiert werden, der sich in die Entwicklungsumgebung integriert. Popfly Explorer

Es schadet manchmal nicht, bei Microsoft etwas Neues zu ignorieren: "Great to see you here, unfortunately as of August 24th 2009, Popfly is out of operation."

Content Management System (CMS)

Content (Inhalt) ist das, was der Mensch, und vorher schon die Suchmaschine, im Internet zu lesen bekommt. Es war und ist nichts anderes als <p>Text zwischen HTML Tags</p>.

Mit FrontPage ging das so: Wir legten eine neue htm Datei auf dem eigenen Computer an und füllten sie mit Content. War sie fertig, publizierten wir sie ins Internet. Wir konnten auch direkt, von jedem Computer, der FrontPage installiert hatte, das FrontPage-Web im Internet öffnen und bearbeiten.

Weil der Profi sich auf sein Kerngeschäft konzentriert, sourced er seine Homepage out. Ein Web Designer bekommt einen Auftrag. Solche Internet Seiten erkennt man daran, dass die aktuellste News aus dem Jahr 2004 stammt. Der Profi kann sie nicht ändern und der Designer will Geld. Mit FrontPage wäre das nicht passiert.

Mit den Datenbanken kam die Idee auf, den Content teilweise aus der Datenbank zu holen, um nicht die ganze (html) Seite ändern zu müssen. Nun musste Profi die Datenbank ändern. Dafür bot sich Access an, das kannte man von früher. Die ganze mdb Datei musste dann immer hoch geladen werden. Viele Megabyte.

Es entstanden dann passwortgeschützte Webseiten mit Formularen, um die Datenbank online zu ändern. Im Jahr 1998 hatte Visual Interdev 1.0 einen Assistenten, der asp Formulare für diesen Zweck erzeugte, ohne dass man programmieren musste. So etwas fehlte dann jahrelang.

Beim Begriff CMS muss unterschieden werden zwischen dem Software-Werkzeug-CMS (Controls, Templates, Add-Ins, Assemblies) und dem Software-Produkt-CMS (Web Application), das mit dem Werkzeug hergestellt werden kann. Es gibt kaum fertige Software-Produkt-CMS, die "out of the box" eingesetzt werden. Ein Web Designer bekommt auch hier einen Auftrag. Er sollte das Werkzeug möglichst kennen, was bei tausenden CMS am Markt nicht einfach ist.

Der Bedarf an Software-Werkzeugen entstand vermutlich, weil Web Designer nicht php programmieren können und Web Developer nicht mit Kunden über Design reden wollen. Also programmierten Web Developer Controls, Templates und Add-Ins, und verkauften das an Web Designer, damit diese Code erzeugen können, ohne es zu merken.

Ein Software-Werkzeug-CMS macht abhängig von seinem Programmierer (Abstürze, Support, Updates, Sicherheitslücken), + einem Designer, der das Werkzeug gekauft hat und bedienen kann + einem Internet Provider, der den passenden Server und ggfs. die CMS-Lizenz für die richtige Domain hat.

Mit Microsoft Visual Studio ist programmieren so einfach, dass ein Web Designer mit Assistenten WYSIWYG gleich richtigen "managed" Code erzeugen kann. Microsoft Visual Studio ist eigentlich schon DAS CMS Werkzeug für .NET Framework. Und es wird mit jeder Version umfangreicher. Es ist weit verbreitet, man bekommt kostenlosen Support in Newsgroups. Die fertige Web Application läuft auf jedem IIS und verbraucht weniger Ressourcen auf dem Web Server, aber auch weniger Ansprechpartner und Wartungsverträge.

Als Vorbild für das Software-Produkt-CMS kann ein Redaktionssystem gelten, eine Online Tageszeitung, wo viele Autoren von vielen Orten, Beiträge liefern oder Content ändern, auf den sie Zugriff haben. So ein CMS ist auch Popfly, oder eine Webseite zum Zugriff auf die E-Mail Box.

Am Ende steht immer HTML, der Unterschied ist der Aufwand beim Entwurf gegenüber dem Aufwand zur Nutzungszeit. Ab einer bestimmten Schwelle kann der Kauf eines CMS Werkzeuges sich rechnen. Die Auswahl wird davon abhängen, welche Fachkräfte zu welchen Bedingungen zur Verfügung stehen, und welches CMS diese kennen.

Ich habe bereits 1999 ein Content Management System programmiert: www.kinderreisen.com, mit VBScript im FrontPage Editor, also asp Seiten, die auf den SQL Server zugreifen. Die passwortgeschützten Seiten sind heute noch in dem Zustand und funktionieren wartungsfrei. Das spricht für die Qualität. Nur die Startseite (Reisekatalog) habe ich mit .NET 1.1 erneuert, als das aktuell war. Die selben Reisedaten werden auf www.ferienlager.info in anderer Form dargestellt. Das TreeView lädt die Daten dynamisch nach, das war zu der Zeit im Internet völlig unbekannt.

Begriffe und Technologien für die Zeit nach FrontPage

XML XHTML

Content befindet sich <p>zwischen Tags</p>. In HTML darf mit diesen Regeln liederlich umgegangen werden. FrontPage vergaß gerne die schließenden Tags, alle Web Browser kommen aber damit klar.

XML hat unter anderem Bedeutung erlangt zum Speichern von strukturierten Daten in Textdateien. Für die Struktur gelten strenge Regeln, hier nur die wichtigsten:
Tags müssen immer geschlossen werden, auch Tags ohne Content <br />
Tags müssen immer klein geschrieben werden
Attribut Werte müssen immer in Anführungszeichen stehen <a href="default.htm" target="_top">Content</a>
am Anfang der Datei steht eine Deklaration, damit der Parser, also das Programm, das den Content finden soll, die Struktur erkennen kann. In der Deklaration kann auch definiert werden, welche Attribute in einem Tag zulässig sind, und welche Werte dem Attribut zugewiesen werden können. Damit kann der HTML Editor Intellisense anbieten. Man dückt nach <p die Leertaste und sieht eine Liste aller Attribute. Nach dem Attribut drückt man = und sieht eine Liste aller Werte, wenn der Wert nicht frei definierbar ist.

XHTML ist nun die Idee, auch Webseiten nicht mehr liederlich zu strukturieren, sondern sich an die XML Regeln zu halten. Die aktuellen Web Browser interessiert das zwar nicht, aber sie stört es auch nicht. Der Content soll aber für jeden lesbar sein, dazu gehören Handys, Suchmaschinen und Software, die jeder programmieren kann. Mit einem XMLDocument Objekt ist es einfach, in einer XML Datei alles zu finden, was zwischen <p></p> Tags steht. Eine liederliche HTML Seite lässt sich in so ein Programmier-Objekt gar nicht einlesen und wird von diesem Such Programm wohl ignoriert werden.

Ausführlichere Definitionen befinden sich im Internet, z.B. bei Christoph Schneegans, bei dem ich mich bedanken möchte.

Encoding ASCII ANSI Unicode

Schreibmaschinen hatten nur so viele Tasten, dass 7 Bit = 128 Codes für 32 Steuerzeichen und 96 alphanumerische Zeichen reichten. ASCII (American Standard Code of Information Interchange) kannte ich schon als Kind, weil ich Bücher über Rechenmaschinen las. In Deutschland haben wir Umlaute und ß, die im ASCII nicht definiert sind. Man nahm das 8. Bit dazu und hatte nun 256 Codes. Die zusätzlichen 128 Zeichen reichten nicht für alle Länder und wurden für jede Ländergruppe verschieden definiert. Für deutsche Computer heißt das Encoding "Windows 1252". Das entspricht fast "iso-8859-1", außer beim € Zeichen.

Weil Lochstreifen durch USB Sticks abgelöst wurden, können wir uns erlauben für ein Zeichen nicht mehr 8, sondern 16 Bit zu verschwenden. Anstatt 256 sind es jetzt 65536 Codierungen, das reicht auch für Rußland und China und nennt sich Unicode. Nun wäre es zu einfach, wenn es nur einen Unicode gäbe. UTF-8 speichert die 128 ASCII Zeichen nämlich nur mit 8 Bit (das höchste Bit ist immer 0), und die restlichen Zeichen mit 16 Bit. Damit ist ASCII kompatibel zu UTF8.

Für das Lesen von Web Seiten ist es natürlich wichtig, in welcher Codierung der Content gespeichert wurde. FrontPage speicherte htm Seiten eigentlich als Windows 1252. Für Sonderzeichen in HTML erfand man so etwas wie &auml; und meinte ä. Mit aktueller Web Design Software werden alle Dateien im Web als UTF 8 gespeichert und alle Sonderzeichen können direkt eingegeben werden. So können internationale Suchmaschinen den Content viel einfacher miteinander vergleichen oder sortieren. Bei css oder javascript Dateien wurden Probleme berichtet. Sollte am Anfang von Unicode Dateien ein Zeichen stören, das aussieht wie  dann muss man im Internet nach BOM (Byte Order Mark) suchen, um mehr zu erfahren.

In welchem Encoding ist eine Datei also gespeichert?
<?xml version="1.0" encoding="utf-8" ?> in XML Dateien kann es am Anfang stehen
<meta http-equiv="Content-Type" content="text/html; charset=utf-8" /> in HTML als meta Tag
oder es kann aus der Deklaration am Dateianfang entnommen werden. In der Regel sollte man diese Einstellungen lassen wie die Software sie vorgibt.

Bei gewöhnlichen Text Dateien kann man mit Notepad experimentieren. Bei "Speichern unter" kann die Codierung gewählt werden. Eine leere Text Datei ist gespeichet als ANSI=0 Byte, als Unicode=2 Byte, als Unicode Big Endian=2 Byte und als UTF-8=3 Byte lang. An den Anfang der Datei wird unsichtbar das schon erwähnte BOM (byte order mark) Zeichen gespeichert. Ist das nicht vorhanden, wird die ANSI Codepage des Computers vermutet, also Windows 1252.

Mit Notepad können Dateien einfach durch neu speichern in eine andere Codierung umgewandelt werden. Werden diese Dateien mit Visual Studio weiter bearbeitet, behalten sie diese Codierung und werden nicht in UTF-8 zurück gewandelt. (Getestet mit Visual Web Developer 2008 Express Edition englisch)

Cascading Style Sheets (CSS)

Eine Suchmaschine oder andere Software interessiert sich für Content, der zwischen Tags steht. Es ist uninteressant, ob der gefundene Suchbegriff rot, zentriert oder besonders groß ist. Auch bei der Entstehung stammt der Content vom Autor, die Formatierung vom Designer. HTML kann zwar mit <p align="center">Content</p> Text zentrieren, aber modern ist die Trennung von Content und Formatierung. So kann nämlich auch für verschiedene Geräte (Bildschirm, Drucker, Beamer, Handy, ...) eine unterschiedliche Formatierung für den selben Content definiert werden. Suchmaschinen laden die Formatierung erst gar nicht herunter. Expression Web und die neuen Visual Studio Versionen unterstützen nun css wie nie zuvor und zwingen den Web Designer sich damit auszukennen.

Thin Client: javascript und AJAX (Asynchronous JavaScript and XML)

Sicherheitswarnung

Javascript ist Programmcode, der mit html und css zum Web Browser übertragen wird, um beim Client abgearbeitet zu werden. Das ist problematisch. Der User oder die Sicherheitseinstellung kann javascript deaktiviert haben. Jeder Browser, oder was auch immer Webseiten anzeigt, benutzt unterschiedliche Standards. Programmierer müssen Webseiten mit Client Script mit allen möglichen Browsern testen und Workarounds programmieren. Das führt dazu dass in einer einzigen leeren AJAX Seite, im automatisch generierten Code, 3 verschiedene Varianten verwendet werden, um an das Form Objekt zu kommen:
document.form1 und document.forms['form1'] und document.getElementById('form1')

Suchmaschinen ignorieren javascript, genau wie CSS.
Suchmaschinen verfolgen nur HTML Links <a href=... und keine onclick=... Scripts.
Suchmaschinen finden nur Content, der zwischen Tags steht, javascript ermöglicht es aber, den Content, den der User sehen soll, erst später dort einzufügen oder ständig zu ändern.

Für den User kann das komfortabel sein, er fühlt sich dann wie in einer schlechten Windows Anwendung. Mit AJAX kann der javascript nun jederzeit mit dem Web Server Daten austauschen, und muss nicht mehr die ganze Web Seite neu laden. Mit Web Developer 2008 können AJAX Seiten mit dem Assistenten zusammengeklickt werden ohne zu programmieren. Es ist sogar kaum Code zu sehen, der kommt direkt über manipulierte http Handler aus Assemblies. Das sieht alles aus wie zaubern, beseitigt aber die Probleme mit javascript nicht.

Wer einmal mit Visual Studio .NET Code programmiert hat, will eigentlich javascript nicht mehr sehen. Warum also nicht Client Anwendungen für das .NET Framework programmieren, die mit dem Internet Daten austauschen? Das ist möglich. Stichwort Smart Client und ClickOnce!

Für javascript und AJAX spricht, dass es auf verschiedenen Betriebssystemen mit verschiedenen Browsern funktionieren sollte. Mit ClickOnce gestartete Anwendungen brauchen jedoch keinen Browser, und .NET Framework kann von einem Windows Computer nicht entfernt werden, im Gegensatz zum Internet Explorer.

Smart Client: ClickOnce (Windows Anwendung aus dem Internet starten, ohne zu installieren)

Man klickt auf einen Link auf einer Webseite, in einer E-Mail, oder eine Verknüpfung auf dem Desktop und lädt kein HTML herunter. Man lädt auch keine lebensgefährliche exe herunter. Man lädt eine Assembly herunter, die nicht im Web Browser, sondern im .NET Framework läuft. Das .NET Framework ist in jeder aktuellen und zukünftigen Windows Version untrennbar vorhanden. Wenn der Link ins Internet führt, wird die Application im Sicherheitskontext der Internet Zone ausgeführt, ist also genau so sicher wie eine Web Anwendung.

Die Application kann, ohne auf der lokalen Festplatte installiert zu werden, sofort abgearbeitet werden und ist nach dem Schließen wieder weg.

Die Application kann auch installiert und über das Startmenü aufgerufen werden. Das kann jeder User ohne Administrator Rechte. Bei jedem Start wird im Internet nach einem Update gefragt, falls eine Verbindung besteht. Danach läuft die Application Offline.

Eine ClickOnce Anwendung ist meistens eine Windows Forms Anwendung. Sie kann jeden Comfort bieten, den der User von richtigen Programmen gewöhnt ist, und ist nicht von Web Browser und javascript abhängig. Sie ist jedoch, wie jede Windows Anwendung, vom Betriebssystem Windows abhängig.

Thin Client oder Smart Client: Architektur der Darstellungsschicht
Das .NET Framework und das Smart Client-Anwendungsmodell

Web Service und zentraler SQL Server

Windows Anwendungen, klassisch von CD installiert, oder per Download, oder per ClickOnce, wie auch Konsolen Anwendungen, - alle können Daten mit dem Internet über Web Services austauschen. Ein Web Service wird so ähnlich programmiert wie eine Web Seite, jedoch ohne jedes Design, ohne CSS, ohne javascript, ohne Bilder. Es bleibt nackter .NET Code übrig, der es natürlich in sich haben kann, Zugriff auf zentrale Datenbanken oder sogar fremde Webservices ist möglich und üblich. Man muss sich auch keine Sorgen um das Datenformat machen, weil Objekte automatisch serialisiert und als XML über das Internet übertragen werden.

Auch AJAX funktioniert so, dass der javascript vom Web Browser aus Web Services aufruft, um im Hintergrund Daten zu übertragen. Es ist also möglich, nur einen Web Service zu programmieren und sowohl mit Windows-, als auch mit AJAX Clients darauf zuzugreifen.

Schlussbemerkung

Mit FrontPage konnten Laien mit Office Kenntnissen eine recht komfortable Homepage mit Design, Navigation, Feedback Formular, Gästebuch u.s.w. selbst machen, ohne programmieren zu müssen. Wer mehr Erfahrung hatte, schaffte mit Assistenten auch eine Datenbank Anwendung. Diese Zielgruppe ist mit sämtlichen neuen Produkten überfordert. Die komfortablen Web Bots sind weg gefallen. Man kann Alternativen mit ASP.NET programmieren, aber man muss es selber tun. Wer sich von FrontPage deshalb nicht trennt, kann auch in Zukunft mit mir rechnen.

Die Zukunft gehört Hobby Programmierern und Informatikern. Diese hatten bisher nur Linux zur Verfügung. Microsoft hat es geschafft, junge Leute für .NET zu begeistern und stellt komfortable Programmierwerkzeuge kostenlos zur Verfügung, mit denen auch weniger Verrückte Erfolgserlebnisse verbuchen können. Ich habe selbst mit 8-Bit Assembler angefangen und kenne das. Ich halte das für eine sinnvolle Freizeitgestaltung und bin bereit, Anfänger zu unterstützen.

Ich betreibe selbst privat und ehrenamtlich einige Websites (Links siehe oben), die aus FrontPage und asp Zeiten stammen. Der Reisekatalog www.kinderreisen.com ist eine .NET 1.1 Application (ohne javascript!), die seit 2005 ohne Absturz und ohne Update funktioniert. Die Reisetermine werden nicht eingetragen weil es kostenlos ist, sondern weil sie dort besser gefunden werden als die eigene Homepage des Reiseveranstalters. Das Design ist nicht bunt, aber suchmaschinenfreundlich.

Seit dem hatte ich beruflich auch mit dem Internet zu tun, aber mit Web Service und sehr viel SQL Server. An dem zugehörigen Windows Client habe ich mich auf die internetnahen und datengebundenenTeile konzentriert und das, was man sieht, anderen überlassen: www.salka.net

SharePoint, CMS und AJAX habe ich noch als Hausaufgabe, die ich gern erledigen werde, wenn es beruflich erforderlich ist.

Wenn mich jetzt jemand fragt, was ich einsetzen würde, dann:
für eine bunte Homepage mit Navigation und Bildern -> FrontPage
für eine öffentliche, datenbankgestützte, suchmaschinenoptimierte Webanwendung, -> XHTML und CSS, aber ohne javascript
für eine anmeldepflichtige, zentrale Datenbankanwendung im Internet -> Windows Forms Smart Client, ClickOnce, Web Service
langjährige Erfahrungen mit diesen Technologien sind vorhanden. Ich arbeite gern im Team, als freier Mitarbeiter, von zu Hause aus.

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Auch Visual Studio 2008 reagiert auf FrontPage Web Bots.

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